Dojo Der Ort an dem japanische Kampfkünste gelehrt und geübt werden, wird Dojo (wörtl. Ort des Weges) genannt.

Das Dojo ist für jedes seiner Mitglieder ein Symbol der Achtung seiner Kampfkunst und eine Stätte der Meditation und Konzentration, ein geehrter Ort des Lernens, der Freundschaft und des gegenseitigen Respektes. Nach traditionellem Verständnis umfasst der Begriff Dojo zwei Bereiche: den materiellen Bereich und den ideellen Bereich.

Materiell gesehen ist das Dojo die Trainingsstätte. Im Idealfall trainieren Budoka (Budo-Übende) in eigenen Räumlichkeiten, die über eine entsprechende Inneneinrichtung verfügen. Oftmals wird die Trainingsstätte aber eine mehr oder weniger gut eingerichtete Turnhalle sein, in der vor dem Training ein Rollbild stirnseitig aufgehängt wird (Shomen). Der zentrale Kern des Dojo sind jedoch die Budoka selbst, die durch ihre Konzentration und Ernsthaftigkeit im Üben, ihren Respekt voreinander und vor der Kunst sowie ihr Benehmen, selbst der ältesten Turnhalle den Wert als wahren Ort des Budo geben. Der Übungsleiter ist daher mehr ein Lehrer für den Weg der Kampfkünste als ein Sporttrainer im herkömmlichen Sinn. Er versucht die Kampfkunst seinen Schülern als einen Lernprozess für das Leben zu vermitteln, der weit über das Erlernen motorischer Fertigkeiten hinaus geht, getreu dem Motto „Meistere das Schwert, meistere Dein Leben“.
© P. Güthing

Dojoetikette

  1. Ich komme rechtzeitig ins Dojo, denn das Training beginnt pünktlich.
  2. Ich verbeuge mich bei jedem Betreten und bei jedem Verlassen des Dojos in Richtung Shomen.
  3. Meine Trainingskleidung besteht aus Gi, Obi und Hakama, in den Farben schwarz, weiß oder dunkelblau. Ich trainiere barfuß und trage keinen Schmuck.
  4. Ich bin mir bewusst, dass ich hier bin, um zu trainieren und zu lernen. Privatgespräche führe ich in den Nebenräumen.
  5. Ich lege mein Schwert oder Bokuto im Dojo entlang der Wand ab, der Griff zeigt dabei in Richtung Shomen. Fremde Schwerter berühre ich nicht unaufgefordert.
  6. Um ein Herausgleiten des Schwertes aus dem Saya zu verhindern, sichere ich es mit dem Daumen am Tsuba.
  7. Im Dojo folge ich den Anweisungen der/des Übungsleiter(s) unverzüglich, diskussions- und kommentarlos.
  8. Auftretende Fragen während des Trainings signalisiere ich dem/den Übungsleiter(n) durch Handzeichen.
  9. Für das vorzeitige Abbrechen des Trainings oder Verlassen des Dojos hole ich die Zustimmung des Übungsleiters ein.
  10. Als fortgeschrittener Schüler übernehme ich die Aufgabe, Anfänger bei der Einhaltung dieser und anderer Regeln zu unterstützen.

Erweiterte Dojoetikette der einzelnen Dojos werden hiervon nicht berührt

Dojoübersicht